No Coffee and Cigarettes @EnterpriseMicroblog

Der Nutzen und der Kummunikationsmechanismus des Microblog im Unternehmen wird oft mit einer Kaffeeküche, dem Flurfunk oder der Raucherpause verglichen.

Coffee@CigarettesDann folgt meist das Nutzenargument, dass ein Microblog auch virtuell funktioniert und somit gerade in großen Unternehmen auch lokal verteilten Arbeitsgruppen eine Kaffeeküche mit ihrer wichtigen Kommunikation bietet. Diesen anschaulichen Vergleich unterstütze ich voll und nutze ihn selbst gerne. Aus meiner Sicht  wird hier jedoch ein wichtiger Aspekt der Kaffeeküche und der Raucherpause übersehen: Der Kaffee und die Zigaretten fehlen!

Wer würde  sich denn  in der Kaffeeküche noch zum Plausch treffen, wenn es dort keinen Kaffee gäbe? Wer würde sich gar in die Kälte vor die Tür stellen, wenn man dort nicht rauchen wollte? Auch der Raum des Netzwerkdruckers würde wohl ohne Drucker recht leer stehen und ohne Flurfunk auskommen müssen. Der Kommunikationsbedarf  ist also nicht der Beweggrund diese Orte aufzusuchen und die Kommunikation dort nur eine Begleiterscheinung.

Wenn nun in Unternehmen ein Microblog für eine Arbeitsgruppe installiert wird, wundert sich mancher, warum dieser entgegen der Ambitionen der Ersteller nicht wirklich zur lebhaften Tratschecke, zum Flurfunk, zum Kaffeegespräch wird. Ich denke mir, dass hier einfach der Kaffee fehlt und man somit nicht vom Effekt enttäuscht sein darf, sondern Kaffee bereitstellen muss, also irgendetwas, was mich im Alltag dazu bringt, diesen Kommunikationsort gerne aufzusuchen. Die Informationen werden trotzdem ausgetauscht, nur leider nicht für das ganze Team sichtbar. Unscheinbare Kleinigkeiten, werden über den einfachsten Weg kommuniziert, der sich bietet.  Dafür wird kein neuer Ort aufgesucht, sondern ein bestehender „mit genutzt“. Das ist in virtuellen Teams bisher zum Beispiel das Telefonat mit dem Kollegen zu einem Fachthema, in dem ich erwähne, dass ich mir gerade eine Pizza bestellt habe und morgen übrigens ganz früh mit dem Flieger nach Bonn muss. Leider erfährt ein anderer Kollege, der zur selben Zeit fliegt davon nichts  und ein produktives Treffen (z.B. bei einem Kaffee) sowie das Angebot, mich zum Flughafen mitzunehmen kommen nicht zustande. Virtuelle Teams sind hier noch immer benachteiligt.

Alle, die nun schon gespannt auf die Pointe dieses Artikels und das Patentrezept zur Beseitigung dieses Mangels sind, muss ich an dieser Stelle erst einmal enttäuschen: Ich habe keine Lösung, aber:

Dies ist ja ein Blogartikel, der Kommentare zuläßt und somit der Schwarmintelligenz der Leser eine Chance bietet, gemeinsam eine Lösung zu finden. Hat jemand eine Idee, was das Kaffeeangebot des Microblog werden könnte?

Bild: By matsukawa1971
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Published in: on 4. Oktober 2010 at 11:44  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Lieber Herr Zipfel, wie Sie wissen nutzen wir seit mehr als zwei Jahren unser eigenes Produkt Communote für die interne Kommunikation. Microblogging substituiert dabei in starkem Maße die interne E-Mail insb. wenn es um Fragen von Infoaustausch und Zusammenarbeit geht. Der Microblog ersetzt aber in keiner Weise das Gespräch an der Kaffeemaschine auf dem Gang oder das der Raucher auf dem Hof. Zumindest bei uns ist es so, dass sich im Microblog die Fachgespräche wiederfinden. Ganz oft laufen die Flurgespräche heute nach dem Muster: „Hast Du schon … im Communote gelesen?“ …. und einige Minuten später findet sich das Ergebnis eines Flurgesprächs als Antwort/Kommentar im Communote wieder „Habe eben mit … darüber gesprochen, wir denken dass….“. Und in diese Diskussion stimmen dann auch Kollegen ein, die z.B. an einem anderen Standort oder zu anderer Zeit aktiv sind. Was ist also das Kaffeeangebot im Microblog? Spannende Themen, offene ehrliche Beiträge, Engagement von Führungskräften und Meinungsmachern. Was den Kaffee angeht: den bevorzuge ich stark, duftend, schwarz oder weiss und in der Küche und lade auch gern vor Ort dazu ein. Herzliche Grüße nach Berlin. Dirk Röhrborn

    • Lieber Herr Röhrborn,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihr Kommentar sowie Reaktionen meiner Kollegen auf die Fragestellung des Blogartikels haben mir folgendes gezeigt:
      1.) Die Kaffeeküche verliert an Bedeutung, wenn man in Großraumbüros arbeitet. Dies beziehe ich auf Ihren Bericht der Communote Nutzung in Ihrem Unternehmen. Wenn die Microblogplattform ein Hauptarbeitsmittel ist, brauche ich diesen Ort nicht extra aufzusuchen sondern bin in meiner täglichen Arbeit bereits drin. Dies wäre für mich das virtuelle Großraumbüro. Vielleicht sollte man dies in zukünftigen plastischen Erklärungsversuchen als Begrifflichkeit mit einbeziehen. Dies gilt besonders für Applikationen, die wie Communote mit möglichen Dateianhängen und vielem mehr weit über reine Microblogfunktionalitäten hinaus gehen. Welche Hindernisse aus meiner Erfahrung zu überwinden sind, um Enterprise2.0 Tools zum Hauptarbeitsmittel werden zu lassen, habe ich ja bereits im Artikel Outlook als Enterprise Hürde beschrieben.
      2.) Die Kaffeeküche kann nicht ganz durch einen Microblog ersetzt werden. Soll sie auch gar nicht. „Im Microblog kann ich doch nicht über den Chef lästern“ schrieb mir ein Kollege. Genau. Der Microblog kann (wie so viele Enterprise2.0 Tools) nichts komplett ersetzen sondern jeweils nur an Stellen ergänzen, die bisher nicht optimal abgedeckt werden konnten. Dies wäre z.B. die virtuelle überregionale Erweiterung für Teile der Kaffeeküchen.
      3.) Wenn ich Microblogs in einer integrierten Plattform oder gar einem Mitarbeiterportal gut eingepaßt platziere, habe ich größere Chancen, dass dieser Ort aufgesucht wird, da er näher an meinen täglichen Arbeitsplatz rückt und viele Anreizmöglicheiten außerhalb des Microblog selber aber in direkter Umgebung bietet, wie z.B. Gewinnspiele, Personalinformationen, Fotos des letzten Mitarbeiterevents, und vieles mehr.

      Mich würde übrigens einmal interessieren, ob damals bei der Einführung von Großraumbüros Flurfunk in die Büros gezogen wurde und verwertbarer gemacht wurde. Darüber können wir ja einmal bei einem Kaffee in Dresden philosophieren. Ich freue mich drauf.


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