ROI Nachweis für Enterprise2.0 Projekte

Regelmäßig flammt die Diskussion des ROI für E2.0 Projekte auf. Besonders in zentral gesteuerten großen Unternehmen/Konzernen muss diese Hürde ab einer bestimmten Investitionssumme genommen werden, wenn man sich nicht auf strategisches oder Experimentalbudget stützen kann.

In der Regel wird ja für eine belastbare ROI Aussage ein Vergleich benötigt wird. Es wird eine Situation vorgefunden, die analysiert und bewertet wird und nach einer Maßnahme, die mit einem Invest verbunden ist, soll ein Nutzen erreicht werden. Beides soll gemmessen werden. Entweder kann man Aufwände in Prozessen in Ihrer Höhe (vorher/nachher) vergleichen oder entsprechend den Nutzen.

Bei Aufwandsvergleichen wird man dazu bestehende Prozessbeschreibungen als „vorher“ incl. der Aufwandsangaben pro Prozessschritt benötigen, um dann mit „nachher“ vergleichen zu können. Dort sehe ich das Problem, da entweder die Prozessschritte, die Web2.0 Tools unterstützen nicht beschrieben sind, da Kommunikationsanteile in Prozessen selten umfänglich erfasst sind oder die betreffenden Prozesse nicht beschrieben sind, da Web2.0 Tools hauptsächlich in kreativen und Individuallösungen ihren großen Nutzen entfalten. In der Regel sind jedoch vorrangig die massentauglichen automatisierten Prozesse beschrieben.

Ich habe von einem Fall gehört, bei dem aufgrund einer Prozessoptimierung Drucker nicht mehr von einem festen internen Mitarbeiter ausgeliefert wurden, sondern anonym durch einen Dienstleister in wechselnder Besetzung. Dadurch wurden negative Effekte erzielt, da der Mitarbeiter früher durch den direkten Userkontakt immer wusste, welche Probleme die Kollegen mit den Druckern hatten und dies rückmelden konnte. Diese Kommunikation war aber im Prozess nicht erfasst. Somit kann sie auch in einem „vorher/nachher“ Vergleich nicht herangezogen werden.

Daher denke ich, dass ein Enterprise2.0 eine angepasste Entscheidungs- und Steuerungsmimik benötigt, die auf anderen Grundlagen als ROI, Business Case etc. funktioniert. Dass intuitive Entscheidungen oft die besseren sind und meist sowieso nur nachträglich durch scheinbare Objektivität unterlegt werden, würde diesen Anpassungsbedarf auch aus anderer Richtung unterstützen. Wie wäre es denn z.B. mit einer Abteilung/Gruppe als Versuchskaninchen für Enterprise2.0, die einfach einmal Veränderungen vornimmt und danach schaut, ob sie unterm Strich besser geworden ist, ohne dies auf Einzelschritte nachweisbar herunterbrechen zu können?

Das bedeutet für mich als Fazit, dass sich der softwarefremde Teil der notwendigen Veränderungen in Kultur, Organisation und Steuerung hin zu einem Enterprise2.0 weiter erhöht. Wer dies erkannt hat und bei sich mutig und konsequent umsetzen kann, wird aus meiner Sicht einen immensen Wettbewerbsvorteil erreichen.

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Published in: on 18. November 2010 at 16:26  Schreibe einen Kommentar  
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